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24.09.2015

Mehr Zuschüsse als je zuvor: Die Wärmewende kommt in Schwung

Guter Rat im Heizungskeller: Privathaushalte sollten neutrale Beratungsangebote nutzen, um bei Sanierungsmaßnahmen kein Geld zu verschenken.

 

Seit Jahren stagniert die Energiewende im Heizungskeller. Selbst Rekordpreise beim Heizöl oder Erdgas-Lieferstopps mitten im Winter konnten daran nicht viel ändern: wenn es um wohlige Wärme geht, vertraut Deutschland - CO2 hin oder her - vor allem auf fossile Energieträger. Das Heizen mit Holz oder Holzpellets, die Warmwasserbereitung mit Solarthermie und Wärmepumpen oder die Versorgung ganzer Dörfer mit Bio-Nahwärme sind zwar immer ernster zu nehmende Alternativen geworden, aber gemessen an der Gesamtzahl der Anlagen blieb erneuerbares Heizen bislang doch eher eine Randerscheinung.

Nun aber scheint die Wärmewende in Deutschlands Heizungskellern endlich in Fahrt zu kommen. Die neuesten Zahlen künden tatsächlich von einer Trendwende: Seit die Bundesregierung im Frühjahr die Zuschüsse im sogenannten "Marktanreizprogramm" drastisch angehoben hat, verzeichnet das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen bemerkenswerten Anstieg der Förderanträge.[1] So werden heute beispielsweise 30 Prozent mehr Solaranlagen zur Heizung und Warmwasserbereitung gefördert als noch vor einem Jahr. Die Zahl der installierten Wärmepumpen, die einen Großteil der Heizenergie aus der Umgebung gewinnen, hat sich sogar mehr als verfünffacht.

Für Jürgen Ramming, Energieberater bei der Energieagentur Oberfranken, ist die Entwicklung eine kleine Überraschung: "Gerade bei Heizölpreisen von unter 60 Cent sollte man meinen, dass Privathaushalte die Sanierung ihrer alten Heizungsanlage lieber noch ein bisschen hinausschieben. Doch es hat sich mittlerweile herumgesprochen, dass Bund und Freistaat zur Unterstützung richtig Geld auf den Tisch legen. Und da geht es um große Scheine, nicht um Kleingeld!"

Ramming merkt das nach eigenem Bekunden auch bei seinen Beratungsgesprächen. In Kulmbach, Kronach und Bayreuth kann man den gelernten Zimmermann, Bautechniker und Baubiologen gratis anfordern, die Landkreise tragen die Kosten. Seitdem die Förderprogramme aufgestockt wurden, haben auch die Anfragen auf der Hotline der Energieagentur zugenommen. Dabei geht es nicht nur um die Mittel aus dem Marktanreizprogramm (MAP). Wer seine alte Ölheizung durch einen Pelletskessel ersetzt, dazu einen Pufferspeicher installiert und zur Heizungsunterstützung auch noch Solarkollektoren aufs Dach baut, bekommt vom Staat schon allein im MAP insgesamt mindestens 6.000 Euro Zuschuss. Üppig angehoben wurden im Sommer aber auch die Zuschüsse über die bundeseigene KfW-Bankengruppe. Wer sein Häuschen umfassend dämmt und saniert, erhält inzwischen bis zu 27.500 Euro Tilgungszuschuss - mehr als je zuvor.

Den jüngsten Schub bekam die Wärmewende nun durch die Bayerische Staatsregierung, die Mitte September medienwirksam ihr "10.000-Häuser-Programm" startete und künftig das fördert, was KfW und BAFA übrig gelassen haben: "Wer zum Beispiel besonders alte Heizkessel tauscht oder clevere Energiespeichersysteme einbaut, der kann vom Programm des Freistaats noch einmal zusätzlich profitieren, und zwar mit bis zu 18.000 Euro!", wirbt Ramming. Der Energieberater gesteht aber auch ein, dass es immer schwieriger wird, im Förderdschungel den Durchblick zu behalten.

Genau aus diesem Grund veröffentlicht die Energieagentur mit ihrem "Förderkompass Energie" nun schon seit Jahren eine Übersicht aller maßgeblichen Förderprogramme, mit denen der Staat seine Bürgerinnen und Bürger bei der Heizungserneuerung, der Umsetzung von Energiesparmaßnahmen und bei der Nutzung erneuerbarer Energien unterstützt. In der aktuellen, Mitte September aktualisierten Fassung sind auch die Konditionen aus dem neuen bayerischen "10.000-Häuser-Programm" enthalten. Die Broschüre kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

Wer Fragen zu Sanierung oder Heizungstausch hat oder eine kostenlose und unabhängige Initialberatung durch die Energieagentur Oberfranken wünscht, erreicht Energieberater Jürgen Ramming unter der Telefonnummer 09221 / 82 39 18.

In Mittelfranken erreichen Sie das Energieberaternetz der ENERGIEregion Nürnberg unter der Telefonnummer 0911 / 9943967 (Alexander Schrammek).