Energienutzungspläne

Energiewende als Chance für Kommunen

Die Energieversorgung ist ein klassischer Bestandteil der Daseinsvorsorge.

Durch eigene energiepolitische Zielsetzungen kann eine Gemeinde eine nachhaltige und bezahlbare Energieversorgung für ihre Bürger sicherstellen - zum Beispiel auf der Basis erneuerbarer Energieträger. Die Handlungsmöglichkeiten sind jedoch vielfältig, und gerade für kleinere Kommunen oft auch verwirrend. Ein Energienutzungsplan kann helfen, einen strukturierten Einstieg in die Energiewende zu finden.

Was ist ein Energienutzungsplan?

Kommunen erhalten ein Planungsinstrument, das als Grundlage für künftige energiepolitische Entscheidungen dient.

In einer Bestands- und Potenzialanalyse werden die Strukturen der Energieversorgung, der aktuelle Verbrauch und die Einspar- und Erzeugungsmöglichkeiten untersucht. In einem Maßnahmenkatalog werden - gemeinsam mit der Kommune - konkrete Projektvorschläge für eine zukunftsfähige Energieversorgung unter Berücksichtigung der Erneuerbaren Energien dargestellt. Der Energienutzungsplan ist daher ausgesprochen praxisorientiert und mündet idealerweise direkt in die Umsetzung erster Projekte.

Wärmedichte
ENP

Wie profitiert die Kommune?

Ein Energienutzungsplan zeigt der Kommune, wie weit sie bei der Energiewende aus eigener Kraft kommen kann, definiert realistische Ziele und beschreibt den Weg dorthin. Durch die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen kann die Kommune eine nachhaltige, ökonomische und ökologische Energieversorgung sicherstellen, die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern verringern, ihre Energiekosten dauerhaft senken und gleichzeitig die regionale Wertschöpfung erhöhen.

Am Ende steht die Versorgung der eigenen Bürger und Unternehmen mit bezahlbarer Energie aus überwiegend heimischen, erneuerbaren Quellen. Gleichzeitig bringt der Umstieg auf Erneuerbare Energieträger einen entscheidenden Impuls für den Klimaschutz vor Ort. Eine Dezentralisierung der Energieerzeugung verbessert zudem die Versorgungssicherheit und kann den Bedarf für neue Übertragungsleitungen verringern.

Für die Verwaltung ist der Energienutzungsplan ein flexibles Planungsinstrument, das die energetischen Zielsetzungen der Kommune abbildet und eine fundierte nachhaltige Energiepolitik auf kommunaler Ebene überhaupt erst ermöglicht.

Mögliche Maßnahmen:

  • Aufbau von Nahwärmenetzen
  • Nutzung von Abwärme, z.B aus Biogasanlagen oder Unternehmen
  • Ausbau erneuerbarer Energien
  • PV auf eigenen Liegenschaften
  • Bürgerbeteiligung, z.B. bei Windparks oder Solaranlagen
  • Definition fester Standards für Neubauten
  • Verstärkung der Sanierungsquote
  • Verbesserung der Bürgerberatung
  • Einführung eines Kommunalen Energiemanagements
  • u.v.a.m.
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Empfohlen vom Bayerischen Gemeindetag

Der Bayerische Gemeindetag legt seinen Mitgliedskommunen die Erstellung eines ENP nahe. Vor allem für die Umsetzung einer lokalen "Wärmewende", also einer effiziente Wärmeversorgung möglichst auf der Basis Erneuerbarer Energie, bietet er eine geeignete Grundlage. Deshalb ist ein Wärmekataster, also die kartografische Darstellung von Wärmebedarfsschwerpunkten im Gemeindegebiet ein wesentlicher Bestandteil eines Energienutzungsplanes. Auch die Untersuchung geeigneter Gebiete für Wärmenetze - nicht nur für kommunale Liegenschaften - ist ein wesentlicher Bestandteil des Plans.

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Fördermöglichkeiten

Weil der Energienutzungsplan den Einstieg in die Umsetzung der Energiewende vor Ort erleichtert, empfiehlt die Bayerische Staatsregierung den Kommunen im Freistaat die Erstellung eines Energienutzungsplans ausdrücklich.

Dies schlägt sich auch an der Höhe der Förderung nieder: Im Programm "Energiekonzepte und Energienutzungspläne" fördert das Bayerische Wirtschaftsministerium kommunale Energienutzungspläne mit bis zu 70 Prozent. Konzepte für Stadtwerke oder KMU werden mit bis zu 50 Prozent bezuschusst.

In diesem Rahmen ist auch die Umsetzungsbegleitung durch externe Fachleute förderfähig, wenn in der Kommuen dafür keine Experten vorhanden sind. Auch hier gilt ein Fördersatz von 70 Prozent. Gerade kleinere Kommunen kommen so bei der Umsetzung konkreter Klimaschutzmaßnahmen einfacher voran.

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